
Schicksalserprobte Mama, Witwe und pflegende Angehörige
Erstmal: Schön, dass du da bist und hierher gefunden hast, auch, wenn der Anlass vielleicht nicht der schönste ist. Denn wahrscheinlich bist du hier gelandet, weil du sowas wie „Todesfall Checkliste“ gegoogelt hast und Google dich dann zu mir gelenkt hat.
Sei dir sicher – in welcher Krise du auch immer steckst, hier wirst du verstanden, und hier findest du vielleicht sogar ein wenig Hilfe und den ein oder anderen guten Tipp, der Deine Lage etwas erleichtert.
Denn auch in meinem Leben ging es – und geht es – ganz schön rund.
Aber von vorne: Mein Name ist Ilona, ich bin inzwischen schlanke 47 Jahre jung und musste in meinem Leben so viele Krisen meistern, dass ich manchmal selbst schon nicht mehr aufzählen kann, was alles los war. Auf meinem krisengeschüttelten Lebensweg habe ich viele Erfahrungen mitgenommen und dachte mir: Warum machst du nicht aus der Not eine Tugend und hilfst anderen damit.
Und hier sind wir nun.
Auf krisenqueen.de findest du all mein geballtes Vorsorge-Wissen in Form von Checklisten und hilfreichen Tipps. Aber wie bin ich überhaupt an diesen Punkt gekommen? Das scheint dich ja zu interessieren, sonst hättest du diese Seite nicht gefunden ;-). Ich erzähl dir gern mehr davon. In Zeiten, in denen über Social Media alles so aussieht, als führe jeder ein perfektes Leben und dir alle erzählen wollen, du müsstest nur ein bisschen mehr Selbstoptimierung betreiben, um jede denkbare Krise zu meistern, finde ich es umso wichtiger, dass wir auch mal das Real Life zeigen, wie es ist. Fangen wir also vorne an.
In meiner Kindheit musste ich viel zu früh viel zu viel Verantwortung tragen. Deshalb bin ich auch…
1999 von meiner Heimat Düsseldorf nach Hamburg geflüchtet, meinen eigenen Hausstand gegründet, habe mich verliebt, verlobt und geheiratet, eine wunderbare Tochter L bekommen, mich getrennt und anschließend einige Jahre als Wochenendmama mit pflegebedürftigen Eltern zwischen 3 Städten gelebt:
- Kind in Hamburg,
- Vollzeit-Job in Lübeck,
- Eltern noch in Düsseldorf.
Nach der Trennung habe ich mit dem Vater meiner Tochter noch ein Haus gekauft.
In dem er mit unserer Tochter leben konnte. Wir haben die Dinge eben schon immer ein bisschen anders gehändelt als andere Leute. Dieser gemeinsame Hauskauf als Ex-Paar wurde möglich, weil wir einen freundschaftlichen und vertrauensvollen Umgang miteinander bewahrt hatten.
2015 spitzte sich die gesundheitliche Lage meiner Eltern (beide Ende 70) zu, mein Vater bekam Parkinson, meine Mutter wurde dement, und ich begann, aus der Ferne ihren Haushalt zu führen – so gut ich konnte. Davon erzähle ich auf missionmamapapa.de, meinem Blog, mit dem ich 2017 für den Goldenen Blogger nominiert war.
2017 verstarb mein Papa, und wir zogen meine Mama von Düsseldorf nach Hamburg um, was mit einer groß angelegten Entrümpelung und Sanierung meines Elternhauses mit anschließendem Verkauf verbunden war, was ich ohne die Tatkraft meines neuen Partners T niemals alleine geschafft hätte.
2018 erhielten wir für Mama die Diagnose „Alzheimer im Anfangsstadium“ – kaum, dass sie in Hamburg ihre neue Wohnung nebenan bezogen hatte.
2019 habe ich mir – in einem Anflug von Midlife Crisis – ein Fiat 500 Cabrio gekauft. Und ja, ich finde das an dieser Stelle erwähnenswert. Es war das Jahr, in dem ich 40 geworden bin.
Hier in Hamburg habe ich Mama 7 Jahre lang zusammen mit einem ambulanten Pflegedienst gepflegt, bevor ihre Demenz so stark wurde, dass sie nicht mehr in ihrer eigenen Wohnung leben konnte und in eine Pflegeeinrichtung umziehen musste. Und wieder musste eine Wohnung samt Keller entrümpelt werden.
Aber T und ich hatten ja langsam Übung im Entrümpeln.
Mama ging es in der Pflegeeinrichtung zwei Jahre lang sehr gut. Sie hielt da den ganzen Laden munter auf Trab und hatte nach eigenen Aussagen „die Zeit ihres Lebens“. Dass man ihr die Demenz kaum noch anmerkte, verdankten wir ausschließlich der liebevollen 24/7-Betreuung dort.
Duchatmen war uns trotzdem selten vergönnt.
2021 – mitten in der Coronazeit – verstarb der Papa meiner Tochter, mein Kind wurde zur Halbwaise und ich zur Witwe, mit gerade mal 41 Jahren. Und dann war da noch sein Haus – L’s Zuhause. T und ich beschlossen, dort einzuziehen, damit L ihr Zuhause und ihre gewohnte Umgebung behalten konnte. Kein einfacher Schritt, für niemanden von uns, aber genau richtig.
Und wieder musste ein Haus entrümpelt und saniert werden
Wir wurden langsam Profis darin. Und weil wir noch nicht genug zu tun hatten, schafften wir uns neben unseren Vollzeitjobs, der Sanierung, den Pflegethemen und der Trauerarbeit noch mitten im Winter unseren kleinen Herzens-Havaneser Happy an, den man als Welpen wochenlang 11x pro Nacht nach draußen in den Schnee zum Pinkeln tragen musste. Also ich. Es ist mein Hund.
Den wir sehr liebhaben und der den Neustart im neuen, alten Haus wesentlich leichter gemacht hat.
Zwischendurch sind wir auch noch mit Mama auf ihre lang ersehnten Kreuzfahrten gegangen, die uns allen sehr gut getan haben.
Manchmal wundere ich mich auch, wie wir das alles geschafft haben.
Ende 2025 ging es mit Mamas Gesundheit dann leider rapide bergab.
Es stellte sich bei ihr im 88. Lebensjahr eine gewisse Multimorbidität ein, die schließlich zu einem etwa achtwöchigen Sterbeprozess führte. Das war eine harte Zeit, die ich hier im Blog mitdokumentiert habe.
Im März 2026 verstarb sie schließlich, und ein neuer Marathon aus Beisetzungsorga und Nachlassverwaltung begann. Als ich gerade dachte, jetzt sei aber die Zeit des Durchatmens gekommen, wurden meine anderen beiden Lieben, meine Tochter und mein Partner, schwer krank. Es nimmt einfach kein Ende – und ich war dieses Jahr schon öfter zum Brüllen im Wald, als mir lieb sein kann.
Oktober 2026 – here we are.
Ich habe all das durchgestanden und here we are. Abgesehen von zwei Frozen Shouldern bin ich selbst durch all diese Krisenphasen gesundheitlich ganz passabel durch alles durchgekommen. Und sehr dankbar, für meine Tochter da sein zu können. That’s my story. Mit meinen jungen 47 bin ich nun schon drei Jahre älter, als der Papa meiner Tochter werden durfte – und ich feiere frenetisch jede weitere Jahreszahl, die dazu kommt. Altwerden macht mir seitdem viel weniger aus. Ich habe gelernt, es als das zu sehen, was es ist: Ein Geschenk.
2 weitere Dinge habe ich im Laufe der Zeit auch noch verinnerlicht:
- Benjamin Franklin hatte Recht*.
- Egal, wie gut du vorbereitet bist – Murphy’s Law rules. Es trifft immer das ein, womit du garantiert nicht gerechnet hast, also schaff dir neben einer guten Krisenvorbereitung am besten auch noch Gelassenheit, Resilienz und reichlich Humor (falls noch nicht vorhanden) an.
*mit dem, was er sagte, nämlich:
If you fail to prepare, you’re prepared to fail
Also sinngemäß:
Wenn du damit scheiterst, dich vorzubereiten, bereitest du dich aufs Scheitern vor.
Und wer scheitert schon gerne. Vorsorge ist also „voll mein Ding“. Ich bin aber keine Prepperin im üblichen Sinne, bei mir geht es eher um Krisenvorsorge mit Köpfchen. Ich hab mir vorgenommen, alle meine Lieben, meinen Bekanntenkreis und jeden, der es nicht hören will, ab und zu mal daran zu erinnern, mit welchen kleinen Stellschrauben man sich das Leben leichter machen kann, bevor große Krisensituationen eintreten. Das sehe ich hier so als meine Hauptaufgabe an.
Mein Hang zum Plan B hat mich in Krisensituationen schon oft gerettet.
Es liegt mir am Herzen, meine Erfahrungen zu teilen und dafür zu sorgen, dass wir alle ein bisschen besser gerüstet durch dieses Leben navigieren – so ist nun neben meinem „Wenn Eltern altern“-Blog missionmamapapa.de auch noch mein Krisenvorsorge-Blog krisenqueen.de entstanden.
Hier gebe ich alle guten Tipps und Ratschläge, die ich im Laufe der Zeit von wirklich hilfreichen Menschen bekommen habe, weiter. Auch, wenn wir nicht alles vorhersehen können – gute Vorsorge beruhigt, und das ist doch auch viel wert.
Also herzlich willkommen in meinem kleinen Königreich – ich freue mich, dass ihr da seid und gemeinsam mit mir weiterreist!